domenica 9 agosto 2009

Chameneis Rede



Muslim-Markt feiert Chameneis Rede
Montag, 22. Juni 2009 um 11:17 Uhr


Der Muslim-Markt ist eines der bekanntesten „muslimischen“ deutschsprachigen Internetportale. Er bietet seinen Nutzern Informationen zu „islamischen“ Dienstleistungen – vom Friseur bis zur Partnersuche - sowie ein Forum zur Ankündigung von Veranstaltungen oder für politische Positionen meist aus dem islamistisch-schiitischen Spektrum in Deutschland. In außenpolitischen Fragen folgt der Muslim-Markt dabei in der Regel der Linie der iranischen Staatsführung. So begrüßte jetzt einer der Betreiber des Portals, Yavuz Özoguz, überschwenglich die Rede, die der oberste religiöse Führer des Iran, Ali Chamenei, am vergangenen Freitag gehalten hatte. In dieser Rede hatte Chamenei die Vorwürfe massiver Wahlmanipulation zurückgewiesen und den Demonstranten sowie der politischen Opposition gedroht. Deren Proteste führte er dabei unter anderem auf den Einfluss und die Manipulationen westlicher Medien zurück, die, so Chamenei, „zum Feind, zu den Zionisten“ gehörten.
In seinem Kommentar greift auch Özoguz „westliche“ Politik und Medien an, denen er Imperialismus und Hegemoniestreben vorwirft. Angesichts der aktuellen Krisenerscheinungen des Kapitalismus stellt er zudem das „Islamische System“ als weltweite Alternative heraus. Die Rede von Ali Chamenei bezeichnet Özoguz, dementsprechend als „epochal“. Die Anhänger des Oppositionskandidaten Moussawi seien dagegen lediglich „Mitläufer“, die eigentlich weiterhin hinter Chamenei und der Islamischen Revoluion stünden. Anders als es die westlichen Medien berichteten, würden ohnhehin nur noch „wenige Verbliebene“ demonstrieren und dabei zunehmend zu „terroristischen Maßnahmen“ greifen.
Die westlichen Medien würden „Lügengeschichten“ über die Stimmung im Iran verbreiten, meint Özoguz:
„Kaum ein Wort darüber, dass nur noch wenige Dutzend auf den Straßen waren! Stattdessen Bilder aus den Tagen zuvor mit neuen aktualisierten Lügengeschichten.“ Und wenn demnächst die Proteste nachlassen würden, so Özoguz, dann würden die Medien das mit der Gewalt begründen, mir der der Staat vorgehe: „Dann werden irgendwelche Schickimicki-Puppen aus Nordteheran, die den Import westlicher Kosmetikartikel sicher stellen, interviewt als 'repräsentative' Meinung des Volkes, und dann wird der Eindruck erweckt werden, als wenn eigentlich das gesamte Volk einen Umsturz wünsche, es aber an der 'Gewalt' der Staatsmacht gescheitert sei.“
Dass die Korrespondenten von ARD und ZDF nicht mehr aus dem Iran berichten dürfen, hätten sie sich selber zuzuschreiben, erklärt Özoguz, denn: „In ihren Sendern wird nunmehr faktisch offen zum Umsturz im Iran aufgerufen. Es kommen nicht nur Exil-Iraner zu Wort, die das System stürzen wollen, sondern ganze Terrororganisationen, wie die so genannten Volkmudschahedin, die ein 'Exilparlament' gegründet haben. Der Schahsohn wird wieder in die Öffentlichkeit getragen. Und in Deutschland wird von iranischen Demonstranten auf deutschen Straßen berichtet, die sich angeblich für 'freie' Wahlen einsetzen würden.“
Özoguz vergleicht die Demonstranten dann mit Neonazis in Deutschland:
„Mit keinem Wort wird erwähnt, dass jene Demonstranten die iranische Flagge vergewaltigt und das Emblem des Glaubensbekenntnisses herausgeschnitten haben! Was würden deutsche Bürger von einem iranischen Sender halten, der von Demonstrationen deutscher Bürger im Iran berichten würde, die mit der Reichskriegsflagge auftreten und einen Umsturz fordern und diese als 'Freiheitsvertreter' vorstellen würde?“
Ausdrücklich nimmt Özoguz an mehreren Stellen die Berichterstattung von CNN von seiner Kritik aus. Den „westlichen Regierungen“ wirft er hingegen vor, sich in die Wahlen und „damit in innere Angelegenheiten der Islamischen Republik Iran“ einzumischen. Ihr Kernangriffspunkt sei – ebensowie der von „systemfeindlichen Kräften innerhalb des Iran“ - die Position des Geistigen Oberhauptes (Ali Chamenei) und dem Staatsprinzip der „Statthalterschaft des Rechtsgelehrten“, die Welayet-e-Faqih. Aber, so Özoguz, tatsächlich wachse das Interesse der Bürger in der westlichen Welt am „lichterfüllten Gesicht“ Chameneis und dem Islamischen Staat, denn angesichts der Krise des Kapitalismus suchten die Menschen nach Alternativen:
„Es ist wohl an der Zeit, dass die Bürger der Westlichen Welt diese Heiligkeit unserer Zeit besser kennen lernen. Das dahinsiechende Ableben des Kapitalismus macht es notwendig, dass die Menschen neue Chancen erhalten, sich mit alternativen ganzheitlichen Systemen zu beschäftigen.“ Das „System der Islamischen Republik Iran“ werde aus der aktuellen Situation gestärkt hervorgehen, behauptet Özoguz, und mehr denn je ein „Bollwerk gegen den westlichen Hegemonialwahn“ darstellen. Dabei würden die „Bürger der Islamischen Republik Iran“ die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise kaum zu spüren bekommen, erklärt er, weil das Finanzsystem des Irans aufgrund der „törichten Sanktionen der Westlichen Welt“ vom „Raubtierkapitalismus“ weitestgehend abgekoppelt sei.
Auch aus religiösen Gründen würden der Islamische Staat und dessen oberster Repräsentant sich durchsetzen, meint Özoguz:
„Sicherlich kann man mit großem Aufwand und Einsatz von enormen finanziellen und sonstigen Mitteln Teile einer Bevölkerung manipulieren. Das hat die Westliche Welt scheinbar erfolgreich demonstriert. Aber der Statthalter der Rechtsgelehrten ist nicht zu bezwingen. Die Logik der Anhänger dieser Statthalterschaft des verborgenen Zwölften Imams (der nach schiitischem Glauben seit dem 10. Jahrhundert verborgene 12. Imam, in dessen Stellvertretung der oberste Rechtsgelehrte der Staatsdoktrin zufolge agiert; d. Red.) mag aus Westlicher Sicht schwer nachvollziehbar sein, aber sie ist so: Wenn jene Heiligkeit unserer Zeit (Chamenei; d. Red.) der Stadthalter des Zwölften Imams ist, dann wird der Zwölfte Imam ihn höchstpersönlich schützen und mit ihm den Islamischen Staat, dessen eigentlicher Herrscher er aus der Verborgenheit heraus ja ist. Nur so kann man die Schlusspassage der Freitagsansprache Imam Chamenei´s verstehen, die für westliche Ohren völlig unverständlich geklungen haben muss. (…)“.
Vertreter anderer, ebenfalls religiös legitimierter Positionen diskreditiert Özoguz als „Westmullahs“:
„Durch die Freitagsansprache ist es erstmalig auch der Bevölkerungen der Westlichen Welt möglich, die Worte eines wirklichen islamischen Gelehrten zu hören. Alle Möchtegernturbanträger mit Möchtegerntiteln dieser Tage, die die westliche Welt als Paten ihrer Ansicht bringt, erscheinen hingegen geradezu absurd! Wem sollen solche Westmullahs nützen? Im Iran glaubt ohnehin niemand ihren Worten und in der Westlichen Welt wird ein Mullah ja auch nicht dadurch glaubhafter, dass er die westliche Position vertritt.“
Zusammenfassend erklärt Özoguz:
„Ahmedinejat wird – so Gott will - weitere vier Jahre Präsident sein! Und Imam Chamene´i wird – so Gott will – noch viele Jahre Imam sein. Eine kluge die Interessen des eigenen Volkes berücksichtigende Politik findet einen Weg der Kooperation mit den realen Verhältnisse im Iran, die von der absoluten Mehrheit des Volkes getragen ist. Eine Politik, die aber den Interessen des Kapitals, des Hegemonialwahns, dem Imperialismus, der Waffenlobby und den Interessen von Besatzern zu nützen sucht, wird auch weiterhin eine unlogische und stets auf Konfrontation ausgerichtete Politik verfolgen. Die Vertreter des Imperialismus mögen es nicht glauben, aber die Anhänger des Imams sind fest davon überzeugt: Wer immer sich feindlich gegen den Imam der Zeit stellt, der wird genau mit dem getroffen werden, womit er seine Feindseligkeit ausgedrückt hat. (…) Der Segen, den die Westliche Welt erhalten hat, dass sie diese Rede live verfolgen durfte, ist eine einmalige Chance, die die ganze Welt seit über 1000 Jahren in dieser Form nicht mehr hatte! Nutzen wir sie durch eine auf Gerechtigkeit basierende Kooperation.“




Tratto da "Muslim-Markt" 

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